Neues von der Tierschutzfront: Zu Tode befreit
■ 4.000 Zuchtnerze in Lebensgefahr
Vechta. Unbekannte haben in der Nacht zum Mittwoch rund 4.000 Zuchtnerze aus dem Gehege einer Pelztierfarm in Holdorf (Kreis Vechta) freigelassen. Die Polizei vermutet als Täter militante Tierschützer Der Schaden wird den Polizeiangaben zufolge auf mehrere hunderttausend Mark geschätzt. Der Hamburger Tierschutzverein kritisierte die Aktion als „unverantwortlich“.
Nach den Ermittlungen zerschnitten die Täter einen Maschendrahtzaun auf einer Länge von 50 Metern. Sie zerstörten außerdem eine innere Einfriedung aus Platten, dann öffneten sie die Käfige, in denen jeweils vier Tiere untergebracht waren. Ein Autofahrer alarmierte in den frühen Morgenstunden die Polizei, nachdem er zahlreichen freilaufenden Nerzen begegnet war.
Der Züchter und seine Helfer versuchten am Mittwoch, soviele Edelmarder wie möglich wieder einzufangen. Dies werde jedoch nur teilweise gelingen, hieß es. Die Tierfarm ist von Wald umgeben. Auf den Straßen rund um den Zuchtbetrieb wurden zahlreiche Nerze von Autos überfahren.
Eine Überlebenschance haben die „befreiten“ Tiere nach Ansicht von Experten weder in Freiheit noch in erneuter Gefangenschaft. Außerhalb des Geheges fänden sie kaum ausreichende Existenzbedingungen, hieß es. Wieder in Gefangenschaft, bissen sich die Tiere vermutlich tot, denn in den Käfigen vertrügen sie sich nur, wenn sie dort von früh an in Gemeinschaft gelebt hätten. Die friedlichen Nerz-Vierergruppen ließen sich jedoch nach dem Ausflug in die Freiheit nicht wieder zusammenstellen. dpa
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