Zahl des Tages: 80Prozent
Der Draht vom Lobbyist zur Regierung und zum passenden Thinktank ist kurz: Da versteht Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied die Bedeutung von Mindestlohn nicht und fordert, dass nicht deutsche Saisonarbeiter:innen bei der geplanten Erhöhung nur noch 80 Prozent dieses niedrigsten erlaubten Arbeitsentgelts bekommen sollen. Und prompt erklärt Bundesagrarminister Alois Rainer, er prüfe bereits, „ob es einen rechtssicheren Weg gibt“. Kurz sah es dann aus, als grätsche da überraschend die INSM hinein, die sagte, es sei „ökonomisch absurd“, den einen weniger zu zahlen als den anderen. Die neoliberalen Influencer meinten aber tatsächlich, der Mindestlohn dürfe für gar niemanden erhöht werden.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen