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ZDF gegen Frequenzpiraterie

Berlin (ap) — Das ZDF hat die sächsische Landesregierung gebeten, dem Deutschlandsender Kultur seine bisherigen Frequenzen in Sachsen zurückzugeben. ZDF-Intendant Dieter Stolte wandte sich am Donnerstag an Ministerpräsident Kurt Biedenkopf und ersuchte ihn, die Entscheidung rückgängig zu machen, mit dem Jahreswechsel den Deutschlandfunk auf den bisherigen Frequenzen von DS Kultur, der früheren „Stimme der DDR“, senden zu lassen. Das ZDF ist seit Jahresbeginn mitverantwortlich für DS Kultur. Biedenkopf hatte dem ZDF nach dessen Angaben kurzfristig mitgeteilt, daß der Deutschlandfunk die sächsischen UKW-Frequenzen von DS Kultur erhalte. Diese Entscheidung steht Stolte zufolge in krassem Widerspruch zu dem Beschluß aller Ministerpräsidenten, das Programm von DS Kultur einstweilen auf den angestammten Frequenzen fortzusetzen, bis aus diesem Sender, dem Berliner Rias und dem Deutschlandfunk ein nationaler Hörfunk gebildet ist. Auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Rudolf Scharping (SPD), Vorsitzender der Rundfunkkommission der Länder, kritisierte Biedenkopfs Entscheidung. Im Rias sagte er, diese Vergabe der Frequenzen verstoße gegen die Beschlüsse der Ministerpräsidenten. Keine Landesregierung habe die Kompetenz, Frequenzen alleine zuzuteilen.

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