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Wirtschaft im Norden: miese Stimmungslage

Deutschlands Norden auf wirtschaftlicher Talfahrt. „Die Anzeichen einer drohenden Stagnation in Schleswig-Holstein sind unübersehbar“, sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Industrie- und Handelskammern in Schleswig-Holstein, Hans-Martin Stoltenburg, gestern. Allerdings sei die Stimmung schlechter als die Nachfrage. Nicht völlig unbegründet: Nach einer soeben vom Kammerverband abgeschlossenen Umfrage unter 1300 Betrieben aus fünf Wirtschaftsbereichen überwiegen die Negativprognosen. Mit Ausnahme des Kreditgewerbes sehen alle Branchen pessimistisch in die Zukunft.

In der Industrie, die in besonderem Maße von der Konjunkturschwäche betroffen ist, meldet jeder zweite Betrieb rückläufige Auftragseingänge. Hier wie auch im Groß-, Außen- und Einzelhandel dürfte sich der Trend zu weiteren Entlassungen fortsetzen. Zwar sei nicht mit einer dramatischen Veränderung zu rechnen, doch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sei nicht übersehbar.

Ein Hoffnungsschimmer: das Baugewerbe. Dort werden gut gefüllte Auftragsbücher erwartet. So stieg die Zahl der Baugenehmigungen im letzten Jahr um 20 Prozent, und der baugewerbliche Umsatz nahm um fast sieben Prozent auf über sechs Milliarden Mark zu. Angesichts des Wohnraummangels rechnen die Kammern mit einer weiteren kräftigen Belebung der Nachfrage nach Bauleistungen. dpa

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