Winterspiele: ICE-Beamte werden bei Olympia vor Ort sein
Die Beamt:innen sollen den Sicherheitsdienst des US-Außenministeriums unterstützen. Beim Gastgeber Italien regt sich Widerstand.
dpa | Beamte der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE sollen im Auftrag der US-Regierung bei den Olympischen Winterspielen von Mailand und Cortina d’Ampezzo bei der Sicherheit vor Ort mitwirken. Dies berichtete die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf die US-Botschaft in Rom. Die ICE-Beamten sollen demnach den Sicherheitsdienst des US-Außenministeriums unterstützen und keine Einwanderungskontrollmaßnahmen durchführen.
Nach derzeitigem Stand werden an der großen Eröffnungsfeier der Winterspiele am 6. Februar US-Vizepräsident J. D. Vance und Außenminister Marco Rubio teilnehmen. Die Präsenz und Arbeit der ICE-Beamten soll sich auf deren Sicherheit beschränken. Bereits bei früheren Olympischen Spielen hätten Bundesbehörden die Sicherheit für US‑Diplomaten unterstützt, meldete AP.
Das Internationale Olympische Komitee teilte auf Anfrage mit, dass die Sicherheit bei den Olympischen Spielen in der Verantwortung der Behörden des Gastgeberlandes läge. Diese würden eng mit den teilnehmenden Delegationen zusammenarbeiten. Das IOC verwies ansonsten auf das Olympische und Paralympische Komitee der USA.
Mailänder Bürgermeister lehnt ICE ab
Der mögliche Einsatz von Beamten der Behörde sorgt im Gastgeberland der Winterspiele für Aufregung. Der Bürgermeister von Mailand, Giuseppe Sala, lehnt deren Präsenz ab. „Als Bürgermeister von Mailand und als Italiener möchte ich auf keinen Fall, dass diese private Polizeitruppe nach Mailand kommt. Es handelt sich um eine Polizei, die völlig illegal agiert und tötet.“
Die Behörde steht nach den Todesschüssen auf zwei US-Bürger:innen bei deren Einsätzen in der Kritik. Anfang Januar war Renée Good durch Schüsse eines ICE-Beamten getötet worden. Am vergangenen Samstag war der Krankenpfleger Alex Pretti bei einem Einsatz von Bundesbeamten erschossen worden. Es gibt landesweit Proteste gegen die Abschiebepolitik von US-Präsident Donald Trump und das Vorgehen der Einsatzkräfte.
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