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„Wilder Westen“ auf hoher See

■ Fischereistreit: EU zeigt Kanada die kalte Schulter

New York (AP) – Die Europäische Union und Kanada haben sich auf der UN-Fischereikonferenz in New York gegenseitig beschuldigt, für die jüngste Eskalation im Konflikt um den Heilbuttfang vor Neufundland verantwortlich zu sein. Nach dem zweiten Gewaltakt auf hoher See gegen spanische Fischer warf EU-Kommissarin Bonino der kanadischen Küstenwache vor, auf verantwortungslose Weise das Leben von Fischern zu gefährden. Die Besatzung eines kanadischen Patrouillenbootes hatte am Sonntag vor der Küste Neufundlands die Netze des spanischen Trawlers „Pescamaro Uno“ gekappt.

Kanada habe internationale Gewässer zum Wilden Westen gemacht, sagte Bonino. Die Kommissarin beschuldigte Kanada, ökologische Argumente als Vorwand zu benutzen, um seine Hoheitsansprüche auszudehnen. Der kanadische Fischereiminister Tobin bekräftigte hingegen den Vorwurf, europäische Fischereiflotten plünderten die Fischbestände rücksichtslos aus. „Dieser ökologische Wahnsinn kann so nicht weitergehen“, sagte Tobin. Kanada wende ein erforderliches Maß von Gewalt an, um die Bestände zu schützen.

Der Konflikt drängte alle anderen Themen der Fischereikonferenz in den Hintergrund. Der Konferenzvorsitzende Satya Nandan aus Fidschi erklärte, der Streit beweise, daß internationale Bestimmungen in der Hochseefischerei dringend erforderlich seien.

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