■ Kleines Einmaleins: Wieviel ist 1kW?
Wenn ein Architekt die Leistung einer Photovoltaikanlage mit 80 kW/h angibt, dann reizt das Besserwissende zum Schmunzeln. Aber alle Nichtphysiker dürfen die Einheiten – „kW“ für Kilowatt, „kWh“ für Kilowattstunde und „kW/h“ Kilowatt pro Stunde – hassen (und durcheinander werfen). Die Einheit Kilowatt beschreibt die Leistungsfähigkeit zum Beispiel eines Bügeleisens oder einer Photovoltaikanlage. Je höher diese Zahl, desto mehr Strom verbraucht ein elektrisches Gerät oder produziert eine Anlage. Durchschnittliche Solarstromanlagen haben Leistungen zwischen 1kW und 5kW. Sie bestehen aus 20 bis 50 Solarmodulen. Eine Solaranlage mit der Leistung von 1kW produziert in unseren Breitengraden etwa 800 bis 1.000 kWh Strom im Jahr. Man könnte auch sagen, die Anlage sei 800 bis 1.000 Stunden im Jahr zu 100 Prozent in Betrieb oder würde volle Leistung bringen. In Wirklichkeit wird die aktuelle Leistung immer etwas unter der maximal möglichen liegen, so daß die Anlage entsprechend länger produzieren muß, um die genannte Kilowattstundenzahl zu erreichen.
Aber was kann man nun mit 800 Kilowattstunden anfangen? Was nützt eine Kilowattstunde? Auf vielen Haushaltsgeräten ist die Leistung in Kilowatt oder – zum Beispiel bei Glühbirnen – in Watt angegeben. Je nach Betriebsdauer des Geräts gibt diese Zahl Auskunft darüber, wieviel Kilowattstunden verbraucht werden. Eine Energiesparlampe mit 10 Watt Leistung kann also mit einer Kilowattstunde Strom 100 Stunden leuchten, ein Bügeleisen mit einer Leistung von 1kW nur eine Stunde betrieben werden. Man könnte also mit 800 Kilowattstunden aus der Solaranlage entweder einen Monat dauerbügeln oder zehn Räume ein Jahr lang beleuchten. Zum Vergleich: Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt in Deutschland bei etwa 1.000 Kilowattstunden im Jahr. Die Einheit kW/h wird übrigens sehr selten benötigt und beschreibt die Geschwindigkeit, mit der ein Solarinstallateur eine Solaranlage installieren kann. ak
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