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Wiege des Buddhismus

Von der Region des heutigen Afghanistan aus verbreitete sich der Buddhismus in vorislamischer Zeit in seine heutigen Hochburgen

BERLIN taz ■ Das im Altertum Ariana, Land der Arier genannte Afghanistan, war wegen seiner geografischen Lage schon immer Durchgangsland für Völker auf der Wanderung von Osten nach Persien und von Westen zum indischen Subkontinent, aber auch für den Handel zwischen Europa und Ostasien über die Seidenstraße. Hier kamen Reisende, Händler und Künstler aus China, Indien, Zentralasien, Griechenland und dem Römischen Reich vorbei und beeinflussten Kunst und Kultur.

Die aus Vorderindien stammende Religionslehre von Siddhartha Gautama, der Buddha – der Erleuchte – genannt wird, wurde im dritten Jahrhundert vor Christus von Kaiser Ashoka in der Region des heutigen Afghanistan eingeführt. Buddhistische Mönche verbreiteten ihren Glauben im ersten und zweiten Jahrhundert vor Christus vor allem im heutigen Ostafghanistan und Nordpakistan. Von hier aus erreichte er in den folgenden Jahrhunderten China, Korea, Japan, Tibet und die Mongolei. Das an der Seidenstraße 2.500 Meter über dem Meeresspiegel gelegene Bamiyantal, in dem die beiden weltberühmten Buddhastatuen entstanden, war ein wichtiges buddhistisches Zentrum vom zweiten bis zum neunten Jahrhundert nach Christus.

Bereits im fünften Jahrhundert nach Christus hatten die Hunnen mit der Zerstörung der buddhistischen Kultur in Teilen Afghanistans begonnen. Ab 652 führten die Araber den Islam ein, bevor ab 962 mit der Ghaznavid-Dynastie erstmals der Islam die vorherrschende Kultur wurde. Heute leben im Bamiyantal viele Angehörige der Volksgruppe der Hazara, die ehemals aus der Mongolei zuwanderten. Sie bekennen sich mehrheitlich zur schiitischen Glaubensrichtung des Islam.

Das Tal wurde 1998 von der radikal islamischen Talibanmiliz erobert, die sich aus den mehrheitlich sunnitischen Paschtunen rekrutiert. HAN

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