Wie Gaddafi zu Tode kam: Möglicherweise ein Kriegsverbrechen
Gaddafi wurde vor seinem Tod geschlagen und misshandelt. Dies könnte als Kriegsverbrechen gelten, sagte der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Luis Moreno-Ocampo.
NEW YORK rtr | Die Todesumstände des früheren libyschen Machthabers Muammar Gaddafi deuten nach Ansicht des Chefanklägers beim Internationalen Strafgerichtshof möglicherweise auf ein Kriegsverbrechen hin. Die Bedenken seien den libyschen Behörden vorgetragen worden, sagte Ankläger Luis Moreno-Ocampo am Donnerstag. Diese arbeiteten an einer umfassenden Strategie zur Klärung all dieser Verbrechen.
Auf Druck des Westens haben die neuen Machthaber in Tripolis zugesagt, die Todesumstände Gaddafis und seines Sohnes Mo'tassim aufzuklären. Beide waren nach Videoaufzeichnungen bei ihrer Gefangennahme noch am Leben.
Gaddafi wurde vor seinem Tod verhöhnt, geschlagen und misshandelt. Vertreter des Übergangsrats erklärten, der Ex-Machthaber sei bei einem Schusswechsel getötet worden.
Der Internationale Strafgerichtshof hatte Gaddafi, dessen Sohn Saif al-Islam und den Geheimdienstchef wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Saif al-Islam befindet sich zurzeit in Haft in Libyen, wo ihm nach dem Willen der neuen Führung auch der Prozess gemacht werden soll.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen
meistkommentiert