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Wenn man einfach nur mal baden gehen möchte

Endlich sollte das Columbiabad in Berlin-Neukölln öffnen – nach wochenlanger Verspätung. Der Grund: Probleme mit den Filtern der Wasseraufbereitung. Ohne sie kann das Wasser nicht ausreichend gereinigt werden, der pH-Wert gerät aus dem Gleichgewicht und ein sicherer Badebetrieb ist nicht möglich.

Jetzt aber sollte der Badebetrieb doch möglich sein. Also kaufte ich mir ein Ticket für den nächsten Morgen. Ein paar Bahnen ziehen, bevor die Hitze unerträglich wird. Vor dem Bad war es erstaunlich leer. „Perfekt“, dachte ich. „Heute habe ich das Becken fast für mich allein.“

An der Kasse dann die Ernüchterung: „Technische Störung. Das Bad ist geschlossen.“ Auf die Frage, ob man nicht trotzdem schwimmen könne, gab es nur eine Antwort: Nein.

Noch am selben Tag öffnete das Columbia­bad wieder – allerdings erst um 14 Uhr. Ich hatte also genau die wenigen Stunden erwischt, in denen ein Freibad nach seiner verspäteten Eröffnung schon wieder geschlossen war.

Berlin eben: Selbst ein einfacher Schwimmbadbesuch wird hier zur kleinen Groteske.

Berlin-Neukölln

163.200 Ein­wohner*innen.

Das Sommerbad im Ortsteil wurde, mit den Mitteln des Marshallplans errichtet, 1951 als erstes Freibad Westberlins eröffnet und renommiert mit der längsten Wasserrutsche der Stadt: stolze 83 Meter, die manchmal auch gesperrt sind, selbst wenn das Bad offen hat.

Derya Türkmen

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