: Wenn es nicht mehr der Straßenhandel sein soll
Es klingelt an der Tür zur Hamburger taz-Redaktion im Schanzenviertel, gleich zweimal, ding-ding, ding-ding. Vor der Tür steht, an die Wand geschmiegt, eine Frau. Wir seien doch die Zeitung, oder? Da könnten wir ihr doch helfen? Sie sei gerade beschimpft worden und komme nicht weiter.
Kurz überlege ich, ob ich sie nicht rüber zur Polizeiwache schicken sollte, und frage dann, worum es denn gehe. Sie erzählt, dass sie endlich sauberes Gras rauchen wolle, nicht mehr dieses Straßenzeugs, und es gebe doch in Hamburg legale Verkaufsstellen für Marihuana, sie wisse aber nicht, wo. Irgendwer habe sie in einen Hanfshop geschickt, aber dort gebe es nur CBD und so; als sie nach Gras fragte, habe man sie beschimpft. Dabei sei sie extra nach Hamburg gefahren, um Gras zu kaufen.
Hamburg
1.861.000 Einwohner*innen.
Wichtiger Bestandteil der Teillegalisierung des Kiffens sind die Cannabis Social Clubs. In Hamburg haben mittlerweile acht Vereine die Anbau- und Verkaufserlaubnis bekommen.
Sie steht da mit ihrem Uralt-Handy etwas verloren herum, da nehme ich sie mit rein, wir suchen zusammen nach einem Social Club in der Nähe. Keine Ahnung, ob sie da was bekommt, ohne Mitglied zu sein, aber sie wollte es versuchen. Küss die Hand, Madam, sagt sie noch, als sie sich die Adresse aufgeschrieben hat, deutet eine Verbeugung an und verschwindet aus der Redaktion. Ilka Kreutzträger
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