piwik no script img

Wenn es Bockwurst zur Adventsfeier gibt

Die lassen sich aber auch immer etwas Neues einfallen. Hat nicht letztes Jahr ein Shantychor die Weihnachtslieder gesungen – oder ist das schon wieder zwei Jahre her? Ich fahre seit 30 Jahren nach Dreilützow. Meine Schwester ist hier in der Wohnstätte St. Josef zu Hause; dort leben 60 Menschen mit Behinderungen in fünf Wohngruppen. Und das ist nun schon die 30. Adventsfeier für uns.

Die Sporthalle ist weihnachtlich geschmückt. Neben dem Kuchenbüffet sind diesmal Lagerfeuer, Punsch (ohne Alkohol) und Bockwurst angekündigt. Heute ist ein Akkordeonspieler da. Max Nadzeika (22) aus Rostock erobert das Publikum, mit Angehörigen und allen MitarbeiterInnen wohl an die 200 Leute, mit seinen Volks- und Weihnachtsliedern im Sturm. Dann kommt das Puppentheater „allerhand Theater“ aus Dömitz und führt ein Stück auf, das von einer Maus handelt, die im Frühling die Liebe sucht. Wie süß, was wird da wild mitgefiebert, gelacht und geklatscht.

Dreilützow

2.876 Ein­-woh­nerInnen.Ein Ortsteil der Gemeinde Wittendörp in Westmecklenburg. Sehenswürdigkeiten: die Feldsteinkirche aus dem 15. Jahrhundert und das Schloss, ein 300 Jahre altes Gutshaus samt Park.

Und noch mal eine halbe Stunde mit Max und Akkordeon. Viele im Saal sind erstaunlich textsicher bei den Liedern. Und beim „Schneewalzer“ lässt sich prima mitschunkeln. Als Hit entpuppt sich aber „Es gibt kein Bier auf Hawaii“ – der Saal flippt aus. Andreas Hergeth

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen