: Wenn die Schlange ein Gesprächsangebot ist
Berlinale heißt für die Filmprofis: Schlangestehen. Nicht vor dem Kino, sondern vor dem Gästecounter einer tristen Eventlocation in Berlin-Mitte. In den Filmbranchenempfang wollen alle unbedingt rein, ganz besonders wir kreativen Selbstvermarkter:innen. Für uns ist Schlangestehen keine Bürde, sondern Chance.
Networking in der Barschlange: Ein kurzer Blick auf das Namensschild, das auf der Brust pappt, los geht das Speeddating samt Pitchen einer Filmidee, bis mein Gegenüber doch jemanden Interessanteres entdeckt – und mich stehen lässt.
Besser läuft’s in der Schlange auf dem Frauenklo, da gibt‘s kein nervöses Umschauen nach wichtigeren Personen, auch ist der Harndrang wohl zu groß, als dass die Produzentin ausscheren könnte – wir haben ein echtes Gespräch! Jetzt ist sie dran. Sie geht in die Kabine – und kommt sofort wieder heraus. „Ich musste gar nicht“, sagt sie und lacht. „Wow“, denk ich. „Diese Strategie merk ich mir.“
Von den Veranstaltern künftiger Berlinale-Events wünsche ich mir allerdings eins: Unisextoiletten. Denn auch im Filmbusiness sitzen in den Entscheidungspositionen halt meistens Männer.
Berlin-Mitte
108.200 Einwohner*innen.
277 Filme aus 80 Ländern werden bei der Berlinale bis zum 22. Februar zu sehen gewesen sein. Das Festival ist auch wichtiger Branchentreff, mit vielen Veranstaltungen vor allem in Mitte zum Filmgeschäft.
Karlotta Ehrenberg
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