: Wenn die Pizza noch etwas Salz verträgt
Ein nebeliger Dezemberabend und Lust auf Pizza. „Diavola“ muss es sein, mit Salami und Peperoni. Die beste Pizzeria ist zu weit weg, die beim Sportverein hat zu. Bleibt die am Bahnhof Rahlstedt, aber die hat laut Karte keine Diavola. Und als wir am Tisch sitzen, blendet ein heller Spot von der Decke, also fragen, ob wir wechseln dürfen? Geht, sagt der Ober, pustet unsere Kerze demonstrativ aus, aber zündet die am neuen Tisch nicht an. Und ob Peperoni auf die Salami-Pizza kann? Geht nicht! Aber andere Pizzen haben Peperoni. Nur ein bisschen Peperoni, bettle ich. Der Ober willigt ein, zündet unsere Kerze an. So viele Extrawünsche.
Während wir warten, sortiert er laut Besteck. Haben wir ihn genervt? Die Pizza kommt und verträgt noch Salz. Ich drehe die Salzmühle, und sie fällt in zwei Teile. Stecke sie zusammen, drehe wieder, sie fällt wieder auseinander. Das ganze drei-, viermal. Ist wohl kaputt, das passiert öfter, sagt der Ober und gibt uns die vom Nebentisch. Und zeigt, dass man oben draufdrückt. Das Ding ist elektrisch! Ich stelle die neue Mühle beiseite, säble an der Pizza. Da, wo schon ein Stück fehlt, liegt ein Haufen Salzkristalle auf dem Teller. Das war passiert bei meinen Salzversuchen. Ich hatte es im Kerzenlicht nicht gesehen. Kaija Kutter
Hamburg-Rahlstedt
95.743 Einwohner:innen, liegt am nordöstlichen Rand von Hamburg und ist dessen Stadtteil mit drittgrößter Fläche und den meisten Menschen. Dennoch ist das Angebot an Gastronomie recht überschaubar.
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