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Wenn die Hoffnung sich jäh zersitzt

Reihe 33, Platz 21 und 22 sind ziemlich weit hinten im Bremer Konzertsaal Die Glocke. Aber „wir haben ja komplett freie Sicht!“, sagt sie freudig. Und es stimmt: Dank unbelegter Plätze ergibt sich eine Bresche bis zum Podium, auf dem das Orchester bereits sitzt. Gleich geht’s los. Aber trotzdem, „lass es uns mal lieber nicht beschreien“.

Das Saallicht erlischt. Und jetzt werden auch allmählich die Türen geschlossen, ein Spalt noch, ein leises Klappern, Stille, und nun könnte der Dirigent … Aber dann wird eine Tür rechts doch noch einmal hastig aufgezogen. Ein Mann huscht rein, gebeugt, als wolle er seine stattliche Größe schamhaft verbergen, späht im Dreivierteldunkel etwas ratlos auf die Reihennummern, da nicht, da auch nicht. Ah!, aber da! Reihe 32. Er lässt sich auf Platz 22 fallen.

„Oh nein!“ entfährt es der Person von Reihe 34, Platz 22, also gleich hinter uns. „Das kann doch wohl nicht …!“

Bremen-Mitte

17.600 Ein­wohner*innen.

Die Glocke in dem Stadtteil ist ein expressionistisches Konzerthaus mit 1.400 Plätzen im großen und 391 im kleinen Saal. Die hervorragende Akustik erlaubt es, die Tram und das Orchester auf allen Plätzen gleichermaßen zu hören.

Und dann, geflüstert: „Hat der den Sitz etwa noch nicht runtergeklappt?“, was ein bisschen fies ist, hoffentlich hat’s der Sitzriese nicht gehört, er ist sicher nicht aus böser Absicht groß. Aber verständlich scheint der Stoßseufzer schon. Benno Schirrmeister

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