: Wenn der Wolf dem Wolf ein Freund ist
Premiere. Wir sind zwar nicht zum ersten Mal im Wildpark Johannismühle, aber die Grauwölfe hatten wir noch nie zu Gesicht bekommen. Zu groß ist das Gehege, zu scheu sind die Tiere. Doch als wir jetzt eine Viertelstunde vor dem Fütterungstermin eintreffen, schauen uns schon zwei entgegen. Glänzendes Fell, wunderschön. Trotzdem gut, dass da noch der Zaun ist – vor Jahren drangen hungrige frei lebende Wölfe von außen in den Park ein und töteten im Streichelzoo.
Am Zaun hängen Schilder, auf denen die Pat:innen der eingesperrten Exemplare genannt sind – offenbar gibt es eine namentliche Disposition: Die Geldgeber:innen heißen mit Vornamen Wolf und Wolfgang, mit Nachnamen Wulff, Wolff oder gleich Rindfleisch.
Klasdorf
250 Einwohner*innen.
Der Ortsteil von Baruth/Mark in Brandenburg hat einen Bahnhof und neben dem Wildpark Johannismühle gibt es hier eine wirklich imposante Eiche als Naturdenkmal zu sehen.
Als der Tierpfleger kommt, schrecken wir auf, die Wölfe sind verschwunden. „Es gibt jeden Tag 2,5 Kilo Fleisch“, erklärt der Mann. Da seien die Tiere nicht wirklich hungrig. Weil sie lieber unbeobachtet fräßen, würden sie gern warten, bis Ruhe ist. Wir verstehen das gut und gehen. Um die Ecke sind die beiden Wölfe plötzlich wieder neben uns und gucken uns traurig hinterher, als wir abbiegen. Aber vielleicht bilden wir uns das auch nur ein. Beate Willms
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