: Wenn das Wetter einem die Laune verhagelt
Es ist kurz nach Feierabend und mein Magen knurrt. So einzukaufen geht schief, weiß ich, und eigentlich hätte ich das auch vertagt – wenn da nicht die Schneewarnung wäre: Alarmstufe Rot – Gefahr für Leib und Leben.
Ich rufe meinen Freund an – der wird mich darin bestärken, dass Einkaufen morgen auch noch möglich sein wird. Er geht nicht ans Telefon. Ich rufe meine Mutter an. Sie kann die Lage nicht einschätzen und rät mir, lieber gleich noch einzukaufen. Damit habe ich gerechnet. Mein Freund ruft an, ich drücke ihn weg. Ich bin überzeugt. Jetzt noch in den Penny auf der Reeperbahn? Alles in mir sträubt sich. Dann wird’s eben Edeka.
Hamburg-St. Pauli
22.400 Einwohner*innen.
Die Reeperbahn und der FC St. Pauli sorgen für die Bekanntheit des Stadtteils. Das letzte Heimspiel des Bundesligisten gegen Leipzig musste wegen Wintersturm „Elli“ abgesagt werden.
Im Supermarkt ist die Hölle los, die Regale sind nur noch spärlich bestückt. An der Kasse ist eine Schlange. Ich stelle mich an. Normalerweise habe ich immer einen Einkaufsbeutel mit, aber der Schneesturm hat meine Planung durchkreuzt. Ich wähle die Papiertüte und bezahle zähneknirschend. Als ich den Laden verlassen will, reißt die Tüte. Blaubeeren kullern über den Boden. Eine Frau bückt sich und bewirkt so, dass ich mich aus meiner Starre löse und ebenfalls beginne aufzulesen. „Einen schönen Abend Ihnen“, sagt sie schließlich und geht. „Danke“, sage ich und fange an zu weinen. Mara Schaaf
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