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Wenn das Gute eigentlich ganz nah ist

In weiten Teilen schlängelt sich der Eifelsteig auf seinem Weg von Kornelimünster bei Aachen nach Trier durch Mischwald, passiert Stauseen und Vogelsang, die Schulungsstätte für den Nachwuchs des NSDAP-Führungskaders. Pittoresk und bedrückend zugleich.

Die vierte Nacht verbringen wir in Roetgen, direkt an der belgischen Grenze. Drüben gibt es Pommes am Imbiss, hier Bier von der Tanke. Schon am Abend meckerte das Hotelpersonal, weil wir drei Hotelstühle vor unser Zimmer getragen und eigenes Bier getrunken haben. Beim Frühstück unterhalten sich am Nachbartisch drei Motorradfahrer ohne Unterlass über Autobahnen. Auf der Bar stehen leere Milchkännchen neben einer hohen Kaffeewarmehaltekanne mit Hahn unten dran. Die Tassen sind so klein, dass es sich eigentlich kaum lohnt, sie erst auf der Untertasse zurück zum Tisch zu balancieren.

Roetgen

8.800 Ein­wohner*innen,

ist ein Pendler­ort in der Städteregion Aachen, entsprechend viel Verkehr herrscht auf der Hauptstraße der Gemeinde, die seit 2012 offiziell den Titel „Tor zur Eifel“ trägt.

Als ich mir zum x-ten Mal einen Schluck lahmen Filterkaffee hole, sehe ich den Automaten, aus dem sich eine Mitarbeiterin gerade einen Cappuccino zieht. Oh, darf ich auch einen? Die Bedienung sieht mich an und sagt: „Wenn ich Ihnen einen Cappuccino gebe, dann wollen alle einen, also: Nein!“ Ilka Kreutzträger

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