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Wenn bei einer OP der Patient ins Koma fällt

Vor dem Eingang zum Reggaekonzert riecht es nach Dope, an den Absperrgittern sind hünenhafte Securitymänner damit beauftragt, den Massen in der Zitadelle Spandau den Weg zu weisen: nach links, nein, Sie nach rechts. Es ist der ideale Treffpunkt hier, hier muss jeder vorbei. Es bilden sich Grüppchen, die Leute reden.

„Ja, und dann mussten wir ihn in die Klinik bringen, es ging so nicht mehr weiter!“ – „Ja echt, so schlimm?“ – „Na ja, er konnte gar nicht mehr richtig laufen.“ – „Wo seid ihr denn dann hin?“ – „Na, da gibt’s so ’ne Spezialklinik.“ – „Und hat es was gebracht?“ – „Nicht so richtig, er läuft jetzt so“, der Sprecher macht eine eingezwängte Laufbewegung. – „Das ist ja blöd!“ – „Ja, schon. Und dann hat er bei der OP auch noch einen Herzinfarkt bekommen.“ – „Das gibt’s doch gar nicht!“ – „Doch, und er ist ins Koma gefallen. Zum Glück ist er wieder aufgewacht.“

Berlin-Spandau

245.000 Ein­wohner*innen.

Der Bezirk liegt ganz im Westen der Stadt. Im Innenhof der dortigen Zitadelle finden im Sommer öfter Konzerte statt.

Irritierend ist der beiläufige Ton, in dem diese Geschichte vorgetragen wird. Entspannt steht der Sprecher da, er sieht erholt aus, als käme er direkt aus dem Urlaub. Die Empathie lässt nach, damit muss man sich vielleicht abfinden. „Und, wie geht es deinem Kater jetzt?“ – „Ach, so weit ganz gut.“ Daniel Wiese

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