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Wenn an Brot wirklich schwer getragen wird

Toast, Toast, Toast. In jeder Farbe, aber immer derselben wabbeligen Konsistenz. Als ich 1994 als Aupair in England lebe, gilt das Zeug als „Brot“. Auf der Suche nach Bissfesterem werde ich bei Waitrose fündig, einer Supermarktkette. Dort gibt es zu meiner Begeisterung ein fein gemahlenes „russisches Roggenbrot“, das den Zähnen echten Widerstand bietet. Dass dieses Produkt damals ganz neu auf dem Markt war und die Briten „kontinentales Brot“ gerade erst entdeckten, war damals in einem Artikel im Independent zu lesen. „The Russian Rye Bread Revolution“ ist der Text überschrieben.

Mit dieser Aufgeschlossenheit gegenüber neuartigen Broterlebnissen waren sie in England offenbar einen Schritt weiter als die Franzosen. Denn als ich June, meine „Aupair-Mutter“, ein Jahr später besuche, erzählt sie mir kichernd, wie sie meiner französischen Nachfolgerin aufgetragen hatte, mein Lieblingsbrot zu kaufen. „Stell dir vor, sie hat es vor Schreck fallen gelassen, weil sie nicht erwartet hatte, dass es so schwer sein würde!“

Toastbrot

gilt nicht gerade als das gesunde unter den Broten und findet sich trotzdem weltweit in den Supermärkten. Oft auch als einziges Brot. Aufgepeppt mit Schinken, Käse und einer Scheibe Ananas hat es als Toast Hawaii in der BRD große Popularität erfahren.

Ich erinnere mich an ein Schamgefühl. Als wäre ich merkwürdig, weil ich Brot mochte, das nach mehr als Luft und Weißmehl schmeckte. Ich sagte nicht, dass ich fast schwarzes Vollkornbrot eigentlich noch lieber aß. Eiken Bruhn

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