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Wenn Übersetzungshilfe zu leisten ist

Mit meinem Stammfriseur gleich um die Ecke hier in Friedrichshain habe ich mich bestens verstanden. Jetzt hat er die Biege gemacht und Berlin verlassen, in Niedersachsen ein Haus auf dem Land geerbt und dort eine neue Stelle gefunden.

Schon mal einen neuen Friseur gesucht? Das macht schlechte Laune. Obwohl es in Deutschland rund 80.400 Friseurbetriebe geben soll. Man muss halt austesten, von Salon zu Salon gibt es feine Unterschiede. Und es soll nicht zu teuer sein. Das schließt die hippen Haarboutiquen aus. Bleiben im Kiez die kleinen Läden mit türkisch- oder syrischstämmigen Friseuren.

Berlin-Friedrichshain

141.200 Ein­wohner:innen.

In dem Ortsteil wird seit ein paar Jahren immer mehr Englisch, Spanisch und Italienisch gesprochen, aber auch Vietnamesisch, Ukrainisch, Polnisch, Türkisch und Arabisch.

Bei meinem neuen Stammfriseur um die Ecke herrscht stets emsiges Treiben. Drei Friseure sind zeitgleich bei der Arbeit, unterhalten sich miteinander und mit Kunden – und ich verstehe nur Bahnhof. Denn hier wird ein Mix aus Türkisch und Kurdisch gesprochen, das hat mir der Friseur erklärt. Doch diesmal vernehme ich das Wort „Kindergarten“ – und kriege auf Nachfrage die Geschichte serviert: Ein Kunde erzählte, wo er seine Frau kennengelernt hat. Ach so, alles klar, Shukran! Das heißt auf Arabisch „danke“ und wird auch hier verstanden und zaubert dem Gegenüber ein Lächeln ins Gesicht. Andreas Hergeth

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