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Wenn Quark beim Alt­werden hilft – und Männer

Ob ich ihr die Tür aufhalten solle, frage ich die alte Frau in langem Rock und Strick­jacke, die gebückt ihren Rollator zur Tür der Apotheke schiebt. Nein, das bekomme sie alleine hin, sagt sie mit russischem Akzent und dann, kopfschüttelnd, dabei sei sie gestern 94 geworden. „Fünf Blumensträuße habe ich bekommen, es sah aus wie bei einer Beerdigung.“

Ich sage, dass ich sie für deutlich jünger gehalten habe, und sie erklärt mir ungefragt ihr Rezept des langen Lebens. „Ich bin immer gelaufen, weil ich immer zu spät gekommen bin, zur Schule, zur Uni, zur Arbeit, immer laufen, laufen, laufen.“ Während des Studiums habe sie einmal 240 Kilometer per Ski durch den Schnee zurückgelegt, „mit einer Freundin und …“ – sie überlegt einen Augenblick und sagt dann triumphierend, „… zehn Männern!“

Bremen-­Findorff

25.339 Ein­woh­ner:innen,

der Stadtteil ist nach Jürgen Christian Findorff benannt, der ab 1751 das Teufelsmoor hatte trockenlegen lassen. In Findorff kam bis ins 20. Jahrhundert über Kanäle der Torf zum Heizen an. Sie werden heute mit dem Kanu befahren. Am Vatertag von Männern in Schlangenlinien.

40 Jahre habe sie bei der Eisenbahn gearbeitet, erzählt sie mir noch, um dann zurück zu Gesundheitsfragen zu kommen. Sie esse sehr viel Magerquark, ein bestimmter muss es sein, nur der tauge etwas. Ich fasse zusammen: „Also viel laufen und Quark essen, dann wird man sehr alt?“ Sie nickt, überlegt wieder einen Augenblick und sagt dann augenzwinkernd: „Und Männer. Immer Männer.“ Eiken Bruhn

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