: Wenn Autorität ins Leere läuft
Der grauhaarige Mann und sein zotteliger Hund schlendern an uns vorbei, als wir auf einer Bank am Kollau-Wanderweg nahe des Hamburger Stadtrandes eine Trinkpause machen. Wir Menschen nicken einander zu, der Hund biegt kurz hinter der Bank ins Gebüsch – zum Leidwesen seines Herrchens, der nun seine gesamte Autorität herauskehrt und den abgelenkten Hund im scharfen Ton zu sich befiehlt: „Wuschel!“
Aber Wuschel hört nicht auf seinen sprechenden Namen, sondern schnüffelt völlig unbeeindruckt weiter im Gebüsch herum. Wären die beiden hier allein unterwegs, würde Herrchen vermutlich einfach langsam weiterschlendern, im Wissen, dass der Hund schon irgendwann folgen wird, wenn es ihm passt. Dummerweise sitzen aber ja nun wir auf der Bank.
Hamburg- Niendorf
42.500 Einwohner*innen.
Der Stadtteil im Nordwesten Hamburgs war früher ein eigenes Dorf und gehörte zu Schleswig-Holstein. Hier fließt die Kollau, ein knapp 8 Kilometer langer Bach, an dem der Rad- und Wanderweg entlangführt.
Und so trötet Herrchen in eine schrille Pfeife – aber auch die überhört Wuschel geflissentlich. Entschuldigend wendet sich der Mann an uns: „Er ist schon stur“, sagt er, „oder eigenwillig: Das klingt netter.“ „Charakterstark“, helfe ich aus. Aber da hat Wuschel nun doch plötzlich ausgeschnüffelt, kehrt aus dem Gebüsch zurück und setzt seinen Weg fort. Sein Herrchen läuft ihm eilig hinterher. Esther Geißlinger
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