Wegen rassistischer Äußerung: Clinton-Beraterin tritt zurück

Wäre Obama ein weisser Mann, wäre er nicht da, wo er jetzt ist. Zu dieser Bemerkung liess sich Clintons Beraterin Geraldine Ferraro hinreissen. Weshalb sie jetzt ihren Posten räumt.

Geht, um Clinton nicht zu schädigen: Geraldine Ferraro. Bild: dpa

BERLIN/WASHINGTON taz/afp Jetzt sind sie quitt: Nachdem Barack Obamas außenpolitische Beraterin, Harvard-Professorin und Pulitzerpreisträgerin Samantha Power, dessen Konkurrentin Hillary Clinton gegenüber der schottischen Zeitung The Scotsman als "Monster" bezeichnet hatte, musste sie gehen.

Nun muss auch Clinton ein Bauernopfer hinnehmen: Ihre Wahlhelferin und Finanzberaterin Geraldine Ferraro trat wegen ihrer rassistischen Bemerkungen über den demokratischen US-Präsidentschaftsanwärter Obama aus dem Wahlkamfkommittee zurück. "Wenn Obama ein weißer Mann wäre, wäre er nicht in dieser Position", wurde sie zitiert. Clinton hatte am Dienstag Bedauern über die Äußerung ihrer Beraterin geäußert, diese aber nicht explizit zum Rücktritt aufgefordert.

Ferraro hatte 1984 an der Seite des demokratischen Spitzenkandidaten Walter Mondale als erste Frau für den Posten der Vizepräsidentin kandidiert, die Wahl ging jedoch an Ronald Reagan verloren. In einem vom Fernsehsender CNN veröffentlichten Brief schrieb Ferraro an Clinton, "Obamas Lager greift mich an, um Sie zu schädigen. Das werde ich nicht zulassen."

Obama kritisierte Ferraros Anmerkungen scharf. Die Bemerkungen seien "lächerlich" und ""verquer", sagte er am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Chicago. "Die Vorstellung, dass es im Wahlkampf ein Vorteil sei, ein Afroamerikaner namens Barack Obama zu sein, wird von der Öffentlichkeit nicht geteilt", sagte er. Er wolle nicht anhand seiner Hautfarbe bewertet werden; sollte dies im Wahlkampf eine Rolle spielen, wäre es eine "enorme Ablenkung".

Obama wies zudem Anschuldigungen Clintons zurück, er sei noch nicht reif genug, Präsident und damit Oberbefehlshaber der Armee zu werden. "Es gibt keine Verantwortung, die ich ernster nehme", sagte er bei einem Auftritt mit ranghohen pensionierten US-Offizieren, die seine Kandidatur unterstützen.

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