■ Wegen Mordes an einem Sikh: Hohe Haftstrafen für Skinheads in Kanada
Surrey (rtr) – Ein Gericht in Kanada hat gestern fünf Skinheads wegen Mordes aus rassistischen Motiven zu Haftstrafen zwischen zwölf und 15 Jahren verurteilt. Die fünf Neonazis hatten den 1989 aus Indien nach British Columbia eingewanderten Sikh-Angehörigen Nirmal Singh Gill 1998 vor einem Sikh-Tempel brutal erschlagen.
Die Überführung der Täter war erst durch eine Undercover-Operation der Polizei möglich geworden. Ein daran beiteiligter Polizist sagte aus, einer der Täter habe gesagt: „Erschlag einen Sikh, und du bist ein Mörder. Töte viele, und du bist ein Eroberer. Töte sie alle, und du bist ein Gott.“
Die Verteidigung der fünf hatte auf Totschlag plädiert, doch der Richter sah die rassistischen Beweggründe der Täter als erwiesen an. Gleichwohl erhielten die Straftäter nicht, wie das Gesetz es für rassistische Morde in Kanada vorsieht, lebenslängliche Haftstrafen. Der Richter begründete dies mit milderen Urteilen in vergleichbaren früheren Fällen.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen