: Wasser in Chinas Bergen
■ Hafensenator und Bremer Entwicklungshilfe-Organisation unterstützen Bergregionen in China
„Zukunftsfragen können nicht auf finanzielle bessere Zeiten verschoben werden.“, erklärte Bürgermeister Henning Scherf in dem „Bremer Aufruf zur lokalen Agenda 21“ nach der Klimakonferenz von Rio im Januar 1996. Darum beteiligt sich Bremens Hafensenator Uwe Beckmeyer trotz leerer Haushaltskassen mit 500.000 Mark – auf fünf Jahre verteilt – an einem Entwicklungsprojekt in China. Die trockenen Bergregionen in den Provinzen Zhejiang und Sichuan sollen mit Wasser versorgt werden: Durch den sogenannten „hydraulischen Widder“, der von der Bremer Entwicklungshilfe-Organisation BORDA (Bremer Overseas Research and Developement Association) entwickelt wurde.
Rund 60.000 Menschen in 100 Dörfern bekommen dadurch einen eigenen Wasserhahn. Außerdem können sie damit rund 10.000 Hektar Land bewässern. Zusätzlich sollen Kindergärten und Schulen eingerichtet bzw. in Stand gesetzt werden. Mit dem „hydraulischen Widder“ läßt sich nur durch die natürliche Flußströmung, ohne zusätzliche Energie von außen, Wasser aus einem Fluß in ein höher gelegenes Bergdorf pumpen. Dadurch wird die medizinische und landwirtschaftliche Situation der Bevölkerung wesentlich verbessert. Die von BORDA entwickelten Geräte sollen in China produziert werden.
Für das insgesamt 2,4 Millionen teure Projekt hat die Europäische Union jetzt rund eine Million Mark bewilligt. Den Rest teilen sich Hafensenator Beckmeyer (Landesamt für Entwicklungszusammenarbeit), BORDA, chinesische Partnerorganisationen und die betroffenen Dorfbewohner. Die BORDA hofft, daß das Projekt sich langfristig selber trägt und auch in anderen Regionen und Ländern Nachahmer findet. Außerdem plant sie einen Windpark in Namibia. Dazu soll es ein „joint-venture“ zwischen bremischen und namibischen Firmen geben. „Auch ein solches Projekt könnte Teil der lokalen Agenda 21 werden“, so BORDA-Geschäftsführer Ekkehart Naumann.
K.M.
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