Was fehlt …: … freie Bahn für Pluto
Pluto ist zu schwach. Zwar kreist er um die Sonne und hat seine eigene Schwerkraft. Aber er hat es nie geschafft, seine eigene Umlaufbahn von anderen Objekten freizuhalten. Deshalb erkannten Astronom*innen ihm 2006 seine Eigenschaft als Planet ab. Die Entscheidung galt als Skandal, Verantwortliche sollen Morddrohungen erhalten haben. Das Problem: „In den Augen der Öffentlichkeit schwingt beim Wort ‚Planet‘ eine Wichtigkeit mit, die anderen Wörtern für Himmelskörper fehlt.“ Das schreibt eine Gruppe Wissenschaftler*innen in einem gemeinsamen Papier.
Über ein Jahrzehnt, nachdem Pluto zum Zwergplaneten degradiert wurde, schlagen die Mitglieder amerikanischer Unis jetzt eine neue Definition für Planeten vor. Sie beinhaltet unter anderem die Begriffe „sub-stellare Masse“, „sphärolithisch“, „Orbitalparameter“ und „dreiachsiger Ellipsoid“. Die Übersetzung wird zum Glück in dem Papier gleich mitgeliefert: Demnach seien Planeten „runde Objekte im All, die kleiner als Sterne sind“.
Die neue Definition sei schon in „zahlreichen Gesprächen mit der Öffentlichkeit auf erfreute Resonanz“ gestoßen. Und das, obwohl dann mehr als 110 Planeten in unserem Sonnensystem umherschwirren würden. Hat sich wohl erledigt mit „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten“. Andererseits: Ohne Pluto funktioniert der Merkspruch genauso wenig. (taz/ja)
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert