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Warum Muslime und Kroaten Serben sind

■ UN-Vermittler Thorvald Stoltenberg versucht sich als Balkan-Ethnologe

Oslo/Sarajevo (dpa/taz) – Bosniens Botschafter für die nordeuropäischen Länder, Izet Serdarević, hat die Abberufung des UN- Vermittlers für Ex-Jugoslawien, Thorvald Stoltenberg, gefordert. Anlaß hierfür sind Äußerungen, die Stoltenberg bereits am 31. Mai bei einer Veranstaltung des norwegischen Flüchtlingsrates in Oslo über die ethnische Zugehörigkeit von Kroaten und Bosniern gemacht hatte. Wörtlich sagte der UN-Vermittler: „Ethnischer Krieg? Ich glaube nicht, daß man das sagen kann. Sie sind ja alle zusammen Serben. Die Serben nennen sich auch so, und dazu gibt es nichts zu sagen. Dann sind da die Muslime. Das sind ja Serben, die zum Islam übergetreten sind. Und ziemlich viele von denen, die so angezogen sind wie Kroaten und sich als solche präsentieren, das sind ja auch Serben.“

In Norwegen wurde in den letzten Wochen über die korrekte Wiedergabe der Äußerungen gestritten. Daher veröffentlichten skandinavische Zeitungen wörtliche Zitate, die von einer Tonbandaufnahme des norwegischen Fernsehens bestätigt wurden. Der zweite internationale Vermittler für den Balkankrieg, der Schwede Carl Bildt, erklärte dagegen, es gebe schriftliche Bestätigungen von anwesenden Journalisten, wonach die umstrittene Äußerung nicht gefallen sei. Dies wurde von betroffenen Journalisten einhellig als unwahr bezeichnet.

Die Offensive der bosnischen Armee ging auch gestern weiter. Dabei gelang es den Regierungssoldaten, den Berg Golo Brdo, der etwa sechs Kilometer westlich von Sarajevo liegt und von dem aus die Hauptstadt weit überblickt werden kann, zu erobern. Bei den Kämpfen um Sarajevo wurden seit Sonntag mindestens neun Menschen getötet und dreißig verletzt.

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