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Wandern für Stenzen

■ Die skurrile Sammlung des Altbauern Robert Leeker

„Stenzen“, wie reisende Zimmerleute ihre seltsam gewundenen und gedrehten Wanderstöcke nennen, sind die Leidenschaft des 78-jährigen Altbauern Robert Leeker aus Kropp (Kreis Schleswig-Flensburg). Seit 30 Jahren wandert der Landwirt in jeder freien Minute kreuz und quer durch Schleswig-Holstein, um in Knicks und Wäldern nach Wanderstöcken zu suchen.

Mehr als 2000 Exemplare hat der wortkarge Schleswig-Holsteiner in den letzten drei Jahrzehnten mit nach Hause gebracht und bearbeitet. Sein Bauernhaus in Kropp ist voll von ihnen. Zum Teil als Rohlinge, wie sie in der freien Natur wachsen, die meisten aber kunstvoll geschnitzt, herausgeputzt und oft mit plattdeutschen Versen geschmückt: etwa von Theodor Storm, Klaus Groth oder Fritz Reuter.

Eine Augenweide nicht nur für reisende Zimmerleute und Wanderstocksammler. „Es erfüllt mich mit Glück und Zufriedenheit, durchs schöne Schleswig-Holstein zu wandern und nach Stenzen zu suchen“, sagt der Altbauer. „Wenn ich dann ein besonderes Exemplar gefunden habe, hole ich meine Klappsäge heraus und schneide ihn ab“, erklärt Leeker und fügt hinzu: „In der Hoffnung, dass mich kein Förs-ter erwischt. Denn was ich tue, ist verboten.“ Uwe Rehbehn

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