heute in hamburg: „Wahnsinnig viel Wissen“
ELBINSEL Einwohner und Behörden diskutieren miteinander über die Zukunft des Gebietes
taz: Herr Schäfer, gefällt es Ihnen, auf der Elbinsel zu wohnen?
Sören Schäfer:Ich fühle mich hier absolut wohl. Ich mag vor allem, dass es sehr grün ist und die verschiedenen Elbinsel-Quartiere so abwechslungsreich sind. Der Stadtteil ist von unterschiedlichen Lebenskulturen geprägt. Außerdem ist es schön, dass die Leute viel Interesse für die Stadtteil-Entwicklung haben.
Warum ist es überhaupt nötig, sich für die Zukunft der Elbinsel zu engagieren?
Lange Zeit wurde dieses Areal nicht viel beachtet. Spätestens seitdem die Internationale Bauausstellung im Jahr 2006 ihre Arbeit angefangen hat, ist das Gebiet wieder im Fokus der städtischen Stadtentwicklung. Es gibt Menschen, die sich beruflich mit dieser Entwicklung beschäftigen. Diese wollen wir mit den Einwohnern zusammenbringen, die ihre Alltagserfahrung, Bedürfnisse, Idee oder Wünsche einbringen können. Die Menschen vor Ort bringen wahnsinnig viel Wissen mit, das genutzt werden sollte, um die Elbinsel gemeinsam zu gestalten.
Fühlt sich die Bevölkerung von der Politik zu wenig wahrgenommen?
Generell gibt es heute das Problem einer zunehmenden Politikverdrossenheit.Bei uns kommt erschwerend hinzu, dass ein großer Teil der Bevölkerung an klassischen Beteiligungsmöglichkeiten, wie Wahlen, gar nicht teilnehmen kann –weil sie keine deutschen Staatsbürger sind.
Bringt eine gemischte Bevölkerung Integrationsprobleme mit sich?
Aus meiner Sicht führt das nicht zwangsweise zu sozialen Integrationsproblemen. Innerhalb unseres Projekts versuchen wir eine integrative Entwicklung zu gestalten. Wir unterscheiden nicht nach dem Kriterium Migrationshintergrund oder nicht. Stattdessen versuchen wir, zu verstehen, in welcher Situation die Leute leben.
Sie machen eine Inselkonferenz, was wollen Sie dort besprechen?
Das Projekt ist 2013 geboren und hat die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich an der Gestaltung der Leitideen für die Entwicklung der Elbinsel zu beteiligen. Auf der Inselkonferenz besprechen wir, wo wir bis jetzt angelangt sind und was es noch zu tun gibt. Das machen wir zusammen mit dem Bezirksamt Hamburg-Mitte, mit den Einwohner und Behörden.
Interview:ANNA DOTTI
„Inselkonferenz“ von Perspektiven! Miteinander planen für die Elbinseln, 16 Uhr, Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestraße 20
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