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■ Wahlkampf in den BezirkenRosarotgrünes Spiel

Rot schlägt Grün, Rosa schlägt Rot, Grün schlägt Rosa, und Schwarz schaut lachend zu. Der „Prozeß um die demokratische Willensbildung“ (eigenwerbungssprachlich für Wahlkampf) offenbart seine Sternstunden derzeit in der Provinz: auf dem Niveau beleidigter Mensch-ärgere-dich-nicht-Spieler im Gerangel um die Bezirksamtsposten im Oktober. In Mitte soll die grüne Figur von Rosa wegen „Überforderung“ aus dem Spiel geworfen werden. In Pankow wollte Rosa (also die farblose Sozialdemokratie) Rot (die Kopie) schlagen, in Charlottenburg Grün Rosa und im Prenzlauer Berg Rosa Rot. Ein munteres Hauen und Stechen, und selbst die roten Figuren von der PDS haben mittlerweile die Spielregeln gelernt und freuen sich, mit am Spieltisch sitzen zu dürfen.

Ärgern-wir-uns-nicht! möchte man da rufen, ginge es nicht doch um einen materiellen Einsatz. Tatsächlich heißt das Spiel Monopoly. Deshalb ist vor allem das Feld namens Baustadtrat so beliebt. Die, die einen Stein auf den andern setzen wollen, dealen mit Schwarz und Rosa, die andern wollen das nachbessern oder verhindern. Damit sie das nachbessern oder verhindern dürfen, wollen Rot (wie nun in Mitte) oder Grün (wie unlängst in Charlottenburg) erst mal mitspielen und die Konkurrenz putzen. Und sich eine gute Startposition für die nächste Spielrunde im Oktober sichern, wo es statt sieben Posten nur noch fünf zu vergeben gibt. Das werden lustige Zeiten bis zur Wahl – mit der Demokratie und der Willensbildung. Uwe Rada

Siehe Bericht Seite 22

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