Wahl zum Chef der Eurogruppe: Es bleibt alles beim Alten
Jeroen Dijsselbloem wurde erneut zum Eurogruppenchef ernannt. In Athen demonstrieren Staatsbedienstete gegen die Sparpolitik und rufen zum Streik auf.
ap/dpa | Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem bleibt im Amt. Die Finanzminister der 19 Staaten, die den Euro als gemeinsame Währung haben, bestätigten den 49-jährigen Ressortchef aus den Niederlanden am Montag mehrheitlich für weitere zweieinhalb Jahre, wie die EU mitteilte. Gegenkandidat des Sozialdemokraten Dijsselbloem war Spaniens konservativer Finanzminister Luis de Guindos, für den sich Deutschland stark gemacht hatte.
Dijsselbloem bedankte sich im Kurznachrichtendienst Twitter für die Wiederwahl. Er ist seit 2013 im Amt.
Die Eurogruppe koordiniert die gemeinsame Geldpolitik der Euro-Staaten und wurde während der Finanzkrise 2008 zu einem der wichtigsten Akteure in der Währungspolitik. Zuletzt leitete Dijsselbloem die oft nächtelangen Verhandlungen mit Griechenland über ein Rettungspaket für Athen.
Derweil haben mehrere hundert Staatsbedienstete vor dem griechischen Parlament in Athen gegen die Fortsetzung der Sparpolitik demonstriert. Sie riefen die Regierung unter Alexis Tsipras und die Parteien auf, das neue von den Gläubigern des Landes geforderte Sparpaket nicht zu billigen. „Keine Austerität mehr“, skandierten die Demonstranten, wie das Fernsehen berichtete. Ihnen schlossen sich auch Mitglieder einer außerparlamentarischen Linkspartei an.
Die Gewerkschaft der Staatsbediensteten (ADEDY) rief zu einem landesweiten Streik für den Tag auf, an dem das Parlament in Athen zusammenkommt, um das erste Paket von Sparmaßnahmen zu billigen. Allen Anzeichen nach werde das am Mittwoch sein, berichteten griechische Medien. Die Staats- und Regierungschefs der Eurozone hatten in der Nacht zum Montag den Weg für ein drittes Hilfspaket geebnet. Damit Verhandlungen über ein neues Hilfspaket beginnen können, muss das Parlament schon bis zum Mittwoch ein erstes Reformpaket verabschieden.
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