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Waffen für die Bürger

■ Algerischer Staat rüstet Zivilisten aus

Algier (dpa) – Nach Informationen der in Algier erscheinenden, unabhängigen Tageszeitung Le Matin unterstützt der algerische Staat freiwillige Bürgerwehren mit Waffen.

Das Blatt beschreibt in seiner gestrigen Ausgabe eine Bürgermiliz in der Region Lakhdaria. Die unter der Führung eines Ex-Armeeoffiziers stehende Gruppe erbeutete ihre ersten Waffen durch einen Überfall auf islamistische Untergrundkämpfer. Nach einigen Erfolgen gegen militante Islamisten „begann die offizielle Waffenhilfe – neben Jagdgewehren auch Karabiner und einige Maschinenpistolen – langsam zu fließen“, schreibt Le Matin und veröffentlicht Fotos, die nachweisen, daß die Bürgermiliz auch über Maschinengewehre verfügt. Bisher hatten die offiziellen Stellen jede Vergabe von Waffen an Zivilisten geleugnet.

Nach Aussage von Einwohnern erfreut sich die Bürgerwehr großer Sympathie, da nach ihrem Eingreifen die Aktivitäten der bewaffneten Islamisten spürbar nachgelassen hätten. Lakhdaria war mehrfach wegen terroristischer Anschläge auf Zivilisten in die Schlagzeilen geraten. Zuletzt am 22. März, als der Sohn eines bekannten Führers des Befreiungskrieges, Abdelwahab Benboulaid, von Islamisten ermordet worden war.

Bei den Kämpfen zwischen der algerischen Armee und Islamisten in der vergangenen Woche ist laut Presseberichten offenbar auch der Kommandeur der Bewaffneten Islamischen Gruppe (GIA), Djamal Zituni, getötet worden.

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