: WTC: Senat antwortet nicht
■ Weder über Kosten noch über das Konzept gibt es eine Antwort
Die CDU wollte durch eine „Kleine Anfrage“ herausfinden, was das Unternehmen WTC den Steuerzahler kostet, und was das Konzept sei. 4 Millionen Zuschuß beim Bau, antwortet der Senat. Welchen Kostenanteil der bremischen Japan-Repräsentanten man fürs WTC dazurechnen müsse, sei nicht zu beziffern. Nach den laufenden Kosten hat die CDU nicht gefragt. Wenn das Land an den Hauseigentümer 20 Mark pro Quadratmeter zahlt, würde sich das bei 16.865 Quadratmetern Netto-Nutzfläche auf über 337.300 Mark monatlich summieren, macht rund 4 Millionen im Jahr. Plus ca. 1,2 Millionen Betriebs- und Personalkosten für das WTC, jährlich.
Auf die „Kleine Anfrage“ nach erzielten Mieteinkünften mußte der Senat einräumen, daß es beim WTC keine entsprechende Buchhaltung gibt: „Eine Übersicht über die 1992 erzieltenm Mieteinkünfte wird derzeit von einer Wirtschaftsprüfgesellschaft erstellt.“
Zum Konzept des WTC ist die Senatsantwort dagegen vollkommen klar: Es „entspricht weitgehend den sog. Rules and Regulations der World-Trade-Association, der das WTC seit 1992 als Mitglied angehört“.
Das ist allerdings „weitgehend“ gelogen: In den Regeln der WTA steht, daß ein World-Trade-Center sich durch einen hauseigenen Club und eine hauseigene Zeitschrift von gewöhnlichen Firmenbüro-Häusern unterscheiden soll. Das ist auch in Bremen nicht unbekannt: „Gewisse Mindestforderungen“ seien dies, weiß eine interne Vorlage für den Aufsichtsrat der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft. Im Januar 1992 war von einem „sogenannten News- Letter“ und einem „World Center Club“ die Rede, der „der Identifikation der Mieter mit dem Trade Center“ und der „Identifikation mit dem asiatischen Ursprung der Mitarbeiter“ un der Kommunikation dienen soll. 1992 waren die leerstehenden Räume 3.15 — 3.23 offiziell „reserviert für WTC-Club“.
Die „gewissen Mindestanforderungen“ an das WTC scheinen aufgegeben worden zu sein: In den Räumen 3.15 bis 3.23 residiert heute der Vulkan-Konzern. Und auch von dem „sogenannten News-Letter“ redet niemand mehr. K.W.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 30 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen