■ Vorerst keine Aussaat von Gen-Raps: Monsanto unterliegt den Äckerbesetzern
Nienburg/Cuxhaven/Hohlstedt (dpa/AP) – Monsanto hat wenig Erfolg mit gentechnisch verändertem Raps. Am Mittwoch verhinderten Gentechnik-Gegner im niedersächsischen Oberboyen einen Freilandversuch der amerikanischen Firma. Um eine Eskalation zu verhindern, brach das Unternehmen das Projekt ab. Es sollten die norddeutschen Bodenverhältnisse für den Gen-Raps getestet werden. Bis zu 100 Gentechnik- Gegner, darunter zahlreiche Anwohner, hatten den Acker zeitweise besetzt. Sie befürchten Langzeitschäden für die Umwelt.
Bereits am Dienstag protestierten Umweltschützer in Thüringen erfolgreich gegen die Aussaat von gentechnisch verändertem Raps durch den Chemiekonzern. Nach einer Woche Belagerung gab Monsanto auf. Die Firma befürchtete, die Besetzer hätten Metallteile im Erdreich vergraben. Es bestehe die Gefahr, daß diese Eisenteile von den Saatmaschinen hochgewirbelt würden und die Mitarbeiter davon verletztwerden könnten. Eine Sprecherin der Gensaatgegner im thüringischen Hohlstedt wies solche Vorwürfe zurück. Ziel bleibe weiterhin, den Pächter des Ackers zur Kündigung des Vertrages mit Monsanto zu bewegen. Die Firma dagegen werde im nächsten Jahr einen zweiten Anlauf starten, erklärte der Projektleiter Andreas Amann.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen