piwik no script img

Von Stahl legt sich mit „Bild“ an

■ Blatt habe BKA-Zitat zum „Mykonos“-Attentat „erlogen“

Karlsruhe (AP) – In ungewohnlicher Schärfe hat der Generalbundesanwalt am Dienstag eine auch von anderen Medien aufgegriffene Bild-Meldung dementiert. Das Blatt hatte unter Berufung auf einen Bericht des Bundeskriminalamtes gemeldet, die Mordwaffe für das Massaker in der Berliner Gaststätte „Mykonos“ vom 17. September 1992 stamme aus einer bundesdeutschen Waffenlieferung an den Iran von 1972. Der Karlsruher Behörde zufolge wurde sie aber von der spanischen Herstellerfirma direkt geliefert.

Um die Authentizität der Meldung zu untermauern, war ein BKA-Aktenzeichen angegeben worden. In der Stellungnahme der Bundesanwaltschaft hieß es dazu: Das „Zitat“ über die Herkunft der Waffe sei „erlogen“. Der BKA- Sachstandsbericht enthalte keine Angaben zu dem Lieferanten der Waffe. „Der Generalbundesanwalt ist über die offenbar absichtliche Tatsachenverfälschung empört“, hieß es weiter. Er erwarte eine umgehende Richtigstellung.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen