: Vom Spitzel zum Pleitier
■ War Jürgen Schneider BND-Spion?
Hamburg/Berlin (AP/taz) – Jürgen Schneider, Immobilien-Pleitier auf der Flucht, soll in den siebziger Jahren als „Informeller Mitarbeiter“ für den Bundesnachrichtendienst (BND) gearbeitet haben. Die Münchner Abendzeitung berichtete unter Berufung auf einen ehemaligen BND-Führungsoffizier, Schneider habe regelmäßig Spitzelberichte aus dem Nahen Osten an die Pullacher Zentrale geliefert. Der BND sei an Schneider herangetreten, als dieser in den siebziger Jahren die Bauleitung für die Philipp Holzmann AG im Nahen Osten übernommen habe.
Ausreichende Erfahrungen habe Schneider zuvor als V-Mann der Polizei in der Frankfurter Drogenszene sammeln können. Den Geheimdienstlern sei er als „Abenteurer und Hasardeur“ bekannt gewesen. Bei seiner Bautätigkeit im Iran habe Schneider gute Kontakte nach Teheran geknüpft. So habe er auch den Iraner Mehdi D. kennengelernt, einen Mainzer Mathematikprofessor. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft gehe nun Gerüchten nach, wonach der Iraner Schneider nach seiner Flucht beim Geldtransfer geholfen haben soll.
Informationen des Münchner Nachrichtenmagazins Focus zufolge geht das Bundeskriminalamt (BKA) davon aus, daß der mit Haftbefehl gesuchte Schneider derzeit seine Flucht aus Europa vorbereitet. Fahnder hätten in Belgien und den Niederlanden Konten Schneiders entdeckt, die kurz zuvor geräumt worden seien. Ein möglicher Handel zwischen Staatsanwaltschaft, Deutscher Bank und dem Pleitier soll laut Focus geplatzt sein. Man habe Schneider Zugeständnisse machen wollen, wenn er sich gestellt hätte.
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