Volleyball: Glück mit der Halle, Pech im Spiel

Mit einer Niederlage sind die Spielerinnen des Köpenicker SC in die neue Saison gestartet.

Auf eines kann man sich bei den Volleyballerinnen des Köpenicker SC schon fast verlassen: Am Saisonbeginn ist nichts mehr, wie es vorher war. Veränderungen sind schon fast Routine. Die Köpenickerinnen gehen mittlerweile in ihr fünftes Erstligajahr. Fast immer mit einem anderen Trainer. Der aktuelle heißt Jürgen Treppner und ist mittlerweile der fünfte seit dem Aufstieg.

Die zweite große Veränderung ist die neue Heimspielstätte in der Hämmerlingstraße. Gut 1.000 Zuschauer fasst das Prachtstück, auf das die Verantwortlichen beim KSC mächtig stolz sind. Der Hallensprecher sprach schon euphorisch von der schönsten Halle der Liga. Etwas gewagt, aber zumindest hat der KSC nun endlich sein endgültiges Domizil gefunden.

Mit der neu gebauten Halle mitten im Herzen Köpenicks erfüllt man nun alle Anforderungen. Gebaut wurde das gute Stück vom Bezirk. Gut 8 Millionen Euro investierte die Kommune dafür. Nutzer werden neben dem KSC noch die Fußballer vom 1. FC Union sein. Das Stadion der Unioner, die Alte Fösterei, liegt direkt neben der Halle. Beim KSC hofft man deshalb auf eine enge Zusammenarbeit. "Es wäre ja schade, wenn man aneinander vorbeigehen würde", sagt Sprecher Bernd Hensel.

Nach der feierlichen Eröffnung am Sonnabend durfte der KSC die Halle am Abend mit seinem ersten Saisonspiel einweihen. Zur Feier des Tages war sie dann auch gleich fast ausverkauft. Nach dem Spiel war es dann aber schnell vorbei mit den Feiern. Mit 1:3 unterlag man dem USC Münster. "Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht", resümierte Trainer Jürgen Treppner. Die junge Mannschaft wirkte noch verunsichert. Erst seit einer Woche konnte das Team in der neuen Halle trainieren und sich akklimatisieren. "Bei uns haben die meisten noch nie in so einer großen Halle gespielt", erklärte Treppner.

Neben der neuen Umgebung muss auch die Mannschaft sich erst noch finden. Denn nicht nur im Umfeld gab es Veränderungen, auch der Kader hat sich stark verändert. Nur noch vier Spielerinnen aus der letzten Saison sind noch da. "Die meisten Spielerinnen konnten wir einfach nicht halten. Andere Vereine haben halt mehr Geld", sagt Bernd Hensel.

Der Verein gehört in der Bundesliga nicht gerade zum Finanzadel. Man ist es mittlerweile gewohnt, nicht nur gute Trainer, sondern auch gute Spielerinnen abgeben zu müssen - und hofft auf die eigene Jugendarbeit. Nicht zu Unrecht. Mit elf deutschen Meisterschaften im Nachwuchsbereich ist der Köpenicker SC einer der erfolgreichsten Vereine im Lande.

Ganz der eigenen Philosophie folgend, wurden deshalb in dieser Saison gleich drei Nachwuchsakteurinnen in die erste Mannschaft aufgenommen. So sank der Altersdurchschnitt auf knapp 22 Jahre. Eine Spielerin im Kader ist sogar erst 16. Potenzial ist also da. Es stellt sich nur die Frage, wie schnell es abgerufen werden kann. Jürgen Treppner ist optimistisch: "Nach drei oder vier Spieltagen wird alles schon ganz anders aussehen."

Der Druck in dieser Saison auf den KSC ist aber nicht so groß. Nach dem Rückzug von Bayer Leverkusen wird nur noch ein Absteiger gesucht. In diese Regionen wollen sie aber gar nicht erst kommen. In der letzten Saison wurden die Köpenickerinnen achter - von 14 Teams. "Das wollen wir bestätigen. Aber leicht wird das nicht", sagt Jürgen Treppner.

Zeit zum ruhigen Arbeiten soll er bekommen. "Die Chemie stimmt", sagt Bernd Hensel. Deshalb gab man dem gebürtigen Berliner auch einen Zwei-Jahres-Vertrag. Beim KSC schon eher ungewöhnlich. Es könnte zur nächsten Saison also tatsächlich Konstanz Einzug halten.

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