: Verwirrung im Speer-Prozeß
■ Statt einer Bombe war nur ein Tonband im Aktenkoffer
Berlin. Verwirrung im Prozeß gegen den mutmaßlichen „Paten von Berlin“, Klaus Speer: Das Berliner Landgericht unterbrach gestern vorzeitig die Verhandlung gegen den Angeklagten, weil ein herrenloser Aktenkoffer im Sitzungssaal 129 des Kriminalgerichts Moabit stand. Nach einer Untersuchung ergab sich jedoch, daß in dem Koffer keine Bombe war. Justizsprecher Bruno Rautenberg sagte, es sei ein Tonbandgerät gefunden worden, das möglicherweise von einem Journalisten stamme.
Speer muß sich in dem bis Ende dieses Jahres terminierten Verfahren wegen Betrugs, Erpressung, Wucher und Körperverletzung verantworten. Die Staatsanwaltschaft sieht in ihm eine der zentralen Figuren des organisierten Verbrechens. In der Verhandlung verschärfte sich unterdessen die Spannung zwischen dem Speer-Verteidiger und früheren RAF-Anwalt Horst Mahler und der Staatsanwaltschaft weiter. Der Generalstaatsanwalt Hans-Joachim Heinze lehnte die von Mahler beantragte Ablösung des Sitzungsvertreters Hans-Jürgen Fätkinhäuer ab. Es bestehe kein Verdacht auf ein strafbares oder auch nur unkorrektes Verhalten. dpa
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