: Verpackungsstau im Bundesrat
Berlin (taz/dpa) — Auch ein Blitzbesuch von Bundesumweltminister Töpfer in München und weitere Gespräche in der Nacht zu Freitag brachten den Bundesrat nicht mehr rechtzeitig auf Linie. Die Länderkammer vertagte gestern die Entscheidung über die Verpackungsverordnung und die Mindestquoten für Mehrwegflaschen. Mit einem eigenen Antrag setzten die Länder Baden-Württemberg und Berlin gestern das Poker um die Mehrwegquote fort. Danach sollen bis zum Jahr 2.000 mindestens 81 Prozent aller Getränkeverpackungen mit Ausnahme von Milch mehrfach verwendet werden. Dieser Vorstoß wurde auch von Töpfer unterstützt. Neben anderen Ländern hatte Bayerns Umweltminister Gauweiler (CSU) sich mit seiner Forderung nach aufgesplitteten Vorgaben für Mehrwegbehälter — unter anderem 90 Prozent für Bier und Sprudel — aus dem Fenster gehängt. Töpfers Vorlage sah eine globale Mehrwegqoute von lediglich 72 Prozent vor (bei Milch 17 Prozent). Nur bei Einhaltung der Mindestmehrwegquoten können Hersteller und Handel künftig eine Pfanderhebung auf Einwegverpackungen umgehen.
Kommentar auf Seite 10
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen