: Verkehrte Welt
■ betr.: "Die Seele und der Krankenschein", Tagesthema taz vom 19.7.93
betr.: „Die Seele und der Krankenschein“,
Tagesthema taz vom 19.7.93
Wie lange werden wir bei dem Thema Psychotherapie noch verkehrte Welt spielen? Einen vorübergehend Grippekranken schicken wir bezahlt ins Bett, einen psychisch Kranken schicken wir, ohne Behandlung, meist über Jahrzehnte, in die Arbeit. Und dann soll er auch noch 20 Prozent der Behandlung selber zahlen.
Die meisten Ärzte sind heute bereit anzuerkennen, daß zirka 80 Prozent aller Krankheiten psychische Ursachen haben. Wenn also eine der zwei Berufsgruppen Ärzte, Psychotherapeuten die andere kontrollieren soll, so kann es doch nur Sinn machen, wenn man eine PatientIn erst zur PsychotherapeutIn schickt und von dort, in zirka 20 Prozent der Fälle, zur ÄrztIn und nicht umgekehrt.
Warum sprecht Ihr in so einem Artikel nicht den gesellschaftlichen Sprengstoff an, wenn zu viele die tatsächlichen Ursachen ihrer Krankheiten erkennen würden. Christian Köhler,
Großhöhenrain
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen