■ Vergewaltigte: Abschiebestopp
Tübingen (epd) – Die Menschenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ hat einen sofortigen Abschiebestopp für vergewaltigte Frauen und Mädchen und die Anerkennung geschlechtsspezifischer Gewalt als Asylgrund gefordert. Angesichts der Empörung über die Vergewaltigungen in Bosnien- Herzegowina durch Serben und der Welle der Hilfsbereitschaft für die Frauen sei es um so unverständlicher, daß die Zirndorfer Anerkennungsstelle für Asylbewerber die Abschiebung mehrerer vergewaltigter Frauen angeordnet habe, erklärte die Organisation am Dienstag in Tübingen. Im Fall einer muslimischen Frau aus Bosnien habe die Behörde festgestellt, Vergewaltigungen seien nicht politisch motiviert und daher „asylunerheblich“: „Diese Argumentation ist an Menschenverachtung und Zynismus kaum noch zu überbieten und setzt die von den Frauen in ihren Heimatländern erlittene Erniedrigung fort.“
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen