: Verfassungsreform
■ Union macht kleine Zugeständnisse
Bonn (AP) – Im Streit zwischen Bund und Ländern um die Verfassungsreform hat die Unionsfraktion Entgegenkommen signalisiert. Wenn die Länder bereit seien, auf die verlangten zusätzlichen Kompetenzen in der Bildungspolitik zu verzichten, sei eine Zustimmung der Unionsabgeordneten im Bundestag zu stärkeren Länderrechten bei der konkurrierenden Gesetzgebung denkbar, sagte der Fraktionsvorsitzende Schäuble gestern nach einer Sitzung des Fraktionsvorstandes.
Wegen des Streits um die Länderrechte hatte der Bundesrat am vergangenen Freitag die gesamte Reform des Grundgesetzes an den gemeinsamen Vermittlungsausschuß von Bundestag und Bundesrat verwiesen. Das Gremium wird am kommenden Donnerstag über dieses Thema beraten. Keine Annäherung zeichnet sich dagegen nach den Worten des Fraktionschefs beim Streit um die Einfügung von Minderheitenrechten in die Verfassung ab. „Wir werden dem nicht zustimmen“, sagte Schäuble zu dieser Forderung des Bundesrates. Die Aufnahme der Minderheitenrechte ins Grundgesetz war allerdings bislang überwiegend von den SPD-geführten Landesregierungen gestützt worden.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen