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Verbissene Gefechte

■ Während der Genfer Verhandlungen wird in Nordbosnien heftig gekämpft

Genf (AP/dpa) – Die Kämpfe am 60 Kilometer langen Frontbogen Gradacac-Ribnica in Nordbosnien werden einen Tag nach Beginn der Genfer Verhandlungen immer verbissener geführt. Die UNO berichtete von über 1.100 Granateinschlägen sowie neuen Auseinandersetzungen bei Brčko. Kleinere Gefechte wurden aus der UNO-Schutzzone Goražde gemeldet, aus der die Serben am Vortag abgezogen sein sollten.

Zuvor hatte der UNO-Sondergesandte für Ex-Jugoslawien, Yasushi Akashi, in Genf von Verhandlungsfortschritten berichtet. Zwischen der serbischen Delegation auf der einen und der bosnisch-kroatischen auf der anderen Seite gab es aber heftige Kontroversen wegen der Dauer einer Waffenruhe. Der Führer der bosnischen Serben, Karadžić, hatte der von Akashi vorgeschlagenen viermonatigen Waffenruhe zugestimmt. Die Vertreter Bosniens wollen dagegen einen zunächst auf vier Wochen befristeten Waffenstillstand. Der bosnische UNO- Botschafter sagte, die Waffenruhe könne verlängert werden, wenn es bei den Gesprächen über die Teilung des Landes Fortschritte gebe. Eine auf mehrere Monate angelegte Feuerpause würde den Serben erlauben, die Verhandlungen zu verzögern und ihre eroberten Gebiete zu behalten.

Ungewöhnlich scharf hat der Präsident Rest-Jugoslawiens, Zoran Lilić, namentlich nicht genannte Serbenführer kritisiert, die sich um die Fortsetzung und sogar Ausweitung des Balkankrieges bemühten. Millionen Bürger Jugoslawiens dürften nicht Geiseln irgendwelcher Führer sein, weder jener aus Jugoslawien, noch aus der Serbischen Republik in Bosnien oder Kroatien, sagte Lilić vor dem Kongreß des regimefreundlichen Gewerkschaftsbundes.

Der iranische Außenminister Ali Akbar Welajati hat in einem Interview mit der ägyptischen Zeitung Al-Shaab eingeräumt, es sei nicht auszuschließen, daß sein Land Waffen an die bosnischen Muslime geliefert habe.

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