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Utopie autofreie Stadt

■ Studie: Keine Chance binnen 25 Jahren

Die von Umweltschützern und gestreßten City-Bewohnern geforderte autofreie Stadt wird es auch in einem Vierteljahrhundert nicht geben. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler von neun Berliner Instituten in einer gestern vorgestellten Studie. Zwar seien sich Experten allgemein darüber einig, daß eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik die Umweltbelastungen senken und die urbane Lebensqualität verbessern müsse. Doch ohne Mobilität seien weder Produktion noch Handel und Dienstleistungen möglich.

Als einzige wirksame Strategie zumindest zur Begrenzung des Verkehrs bezeichnen die im Forschungsverbund „Lebensraum Stadt“ zusammengeschlossenen Wissenschaftler die Integration von verkehrsbezogenen Maßnahmen und räumlicher Planung. Durch eine Veränderung der Raumstrukturen würden es die Bewohner nicht weit haben zu Arbeit, Einkauf und Freizeitgestaltung. Zugleich würde der öffentliche Verkehr die Hauptlast bei der Personenbeförderung tragen.

Der Sprecher des Forschungsverbundes, Dieter Sauberzweig, Leiter des Deutschen Instituts für Urbanistik, räumte allerdings ein, daß die dazu erforderlichen tiefen Eingriffe bis hin zur Veränderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen in absehbarer Zeit nicht realisierbar und die notwendigen Mittel kaum beschaffbar seien. Diethard Schade, Vorstandsmitglied der Gottlieb-Daimler- und Karl-Benz-Stiftung, die die Untersuchungen der Wissenschaftler förderte, plädierte deshalb dafür, statt dieses „großen Entwurfs“ vielmehr die Einzelprobleme anzugehen.

Dabei werden der Studie zufolge allerdings weder Verkehrsleitsysteme und Parkraumbewirtschaftung noch Innenstadtsperrungen und Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs nachhaltigen Erfolg haben. Erst in der Kombination miteinander ergäben sie tragfähige Lösungen. Dabei müßten aber Defizite in Kauf genommen werden. So würden sich starke wirtschaftliche und private Interessen gegenüber regionalen und kommunalen Planungen durchsetzen. ddp/ADN

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