piwik no script img

Ununterbrochene Kämpfe in Jugoslawien

Belgrad/Zagreb (dpa) — Der jugoslawische Bürgerkrieg ist auch am ersten Tag des neuen Jahres mit kaum verminderter Härte fortgesetzt worden. In Kroatien wurde in den Mittagsstunden in insgesamt 28 Städten Fliegeralarm ausgelöst. Die Konfliktparteien an den verschiedenen Fronten hatten das neue Jahr nach Angaben der Nachrichtenagentur 'Tanjug‘ mit „Freudensalven in den nächtlichen Himmel“ empfangen. Doch schon nach kurzer Zeit hätten sich die Kämpfe fortgesetzt. Nach kroatischen Angaben setzte die jugoslawische Armee ihren Artillerie-Beschuß der strategisch bedeutenden Industriestadt Karlovac südwestlich von Zagreb wieder fort. Auch von der dalmatinischen Küste wurden vereinzelte Gefechte und Artillerie-Duelle gemeldet. Im Mittelpunkt schwerer Kämpfe stand dabei der Militärflughafen Zemunik im Hinterland der Küstenstadt Zadar, den kroatische Truppen nach 'Tanjug‘-Angaben mit Artillerie unter schweren Beschuß genommen hatten. Die jugoslawische Armee setzte nach kroatischen Angaben am Mittwoch verstärkt die Kampfflugzeuge der Luftwaffe ein.

Mit Musik den Kriegslärm zu übertönen versuchten in der Silvesternacht die Musiker des Toulouser Kammerorchesters in Dubrovnik. In der Franziskanerkirche der vom jugoslawischen Bürgerkrieg schwer getroffenen Stadt spielten sie zu einem „Konzert für den Frieden“ auf. Das französische Außenministerium hatte das Konzert angeregt.

Optimistisch zeigte sich der UNO-Sonderbeauftragte für Jugoslawien, Cyrus Vance, am Mittwoch bei einem Zwischenstopp in Graz. Da auch das serbische Rumpf-Staatspräsidium dem UNO-Friedensplan zugestimmt hat, hoffe er nun auch auf eine kroatische Zustimmung. Er bekräftigte, daß nur nach Zusage einer Feuereinstellung von allen Seiten der Einsatz von UNO-Friedenstruppen in Jugoslawien möglich sei.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen