piwik no script img

Unterm Strich

■ Betr.: Ernst Schröder

Ernst Schröder war ein außergewöhnlicher Schauspieler. Nicht nur wegen seiner großen Theaterrollen in den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin, auch nicht nur wegen vieler Jahre „Jedermann“ in Salzburg oder etlicher „Derricks“ im Fernsehen. Sondern weil er erfolgreich war und sich doch schon als 60jähriger in die Toscana zurückzog, von wo aus er nur noch gelegentlich für Funk und Fernsehen arbeitete. Schröder konnte das zunehmend konzeptorientierte Regietheater nicht akzeptieren, wollte sich als Schauspieler nicht verfremden lassen. Nachdem er bei Beckett den blinden und bewegungsunfähigen Hamm und in Lietzaus Regie den Lear mit einem Kunststoffkopf spielen mußte, verließ er Berlin 1975 und wollte nur „mit dem eigenen Gesicht“ hier auf die Bühne zurückkommen, wie er in seiner Autobiographie „Mein Leben – verspielt“ notierte. Während eines Aufenthaltes in der Berliner Schloßparkklinik hat er sich am Dienstag aus dem Fenster gestürzt, mit 79 Jahren.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen