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Unser Dorf wird schöner!

■ Ein mutiger Schritt: neue Vorgärten auf dem Kudamm

Unser Umweltsenator! Hunderte von Kleingärten mußte er im Flächennutzungsplan opfern, ihm blutete das Herz. Doch Umweltsenator Starnick ruhte nicht. Er suchte Ersatz. Jetzt wurde er fündig. Gestern erreichte uns die Botschaft: Noch in diesem Jahr werden auf dem Kudamm, im Halenseer Abschnitt, drei neue Vorgärten angelegt. „Die triste Pflasterlandschaft soll verschwinden“, erläuterte gestern Starnick-Sprecher Klaus Kundt. Solche Vorgärten seien nicht nur ökologisch bedeutsam - hier kann das Regenwasser wieder versickern - sondern auch typisch für Berlin. Bis in die zwanziger Jahre gab es sie auch auf dem Kudamm.

200.000 Mark setzt der Senat in diesem Jahr für den guten Zweck ein. Dieselbe Summe für weitere Gärten gibt es auch 1989 und 1990. Biergärten könnten von dem neuen Stadtgrün profitieren, stellte sich Kundt gestern vor, aber auch Boutiquen. Kleinliche Einwände konnte er sofort parieren: Es sei durchaus möglich, zwischen Grün und Schaufenster Fußwege freizulassen.

Hehre Ziele des Senats werden damit konsequent verfolgt. Artenschutz: Kleine Sträucher, Efeu, Immergrün und weitere schwer bedrohte Pflanzenarten sollen in den Vorgärten eine neue Heimstatt finden. Technischer Umweltschutz: Eisenzäune und kleine Hecken sind dazu ausersehen, das zarte Grün vor seiner Umwelt zu schützen. Passanten - erregte Kleingärtner zum Beispiel - werden so davon abgehalten, die Gärten wieder zu zertrampeln.

Wir meinen: ein mutiger Schritt, um Berlin vor dem Absturz in den Provinzialismus zu bewahren. Man bedenke: die Kleingärten, die der Flächennutzungsplan opfert, die bieten noch Heimstätten für den greulich-spießigen Gartenzwerg. Die neuen Kudamm-Gärten hingegen machen mit dem Zwerge-Unwesen Schluß. Der Senat verspricht: „Gartenzwerge wird es hier nicht geben.“

hmt

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