: Unruhe durch Bauerei im Viertel
Betr.: „Pleite auf breiten Schienen?“, taz bremen vom 31.10.02
Wir Viertel-Geschäftsleute haben in den letzten zehn Jahren schon einiges an Baumaßnahmen ertragen, wenn Paradigmenwechsel in der Politik anstanden. Böse Zungen behaupteten, das Viertel sei zu einem Experimentierfeld für unausgegorene Planungsideen geworden und noch bösere meinen gar, in die Jahre gekommene ehemalige Linke mit Häusle und Kindern, inzwischen gutsituiert, hätten sich mit dem Ortsamt verbündet, um das Viertel zur Ruhezone und city-nahen Schlafstadt zu machen. Die Strangulierung des Individualverkehrs und die Einschränkung von Gastgewerbe deuten darauf hin. Alles wurde verpollert oder gar mit Schranken überreguliert, das Viertel wurde unattraktiver, während woanders Konkurrenz subventioniert wurde: Schlachte, Einkaufszentren in Walle oder Hastedt. Dazu kamen horrende Mietforderungen der Immobilienbesitzer. Eine Dauerbaustelle von zwei Jahren würde vielen Geschäften endgültig den Garaus machen. Wir sind uns daher einig, die unumgängliche Baustelle der BSAG an der Sielwallkreuzung zu akzeptieren, schlagen aber vor, dass erstens dort an der Baustelle so lange gearbeitete wird, wie normalerweise Straßenbahnen fahren, die Genehmigung dafür muss her.Zweitens bedarf es großzügiger Umleitungsregelungen, was auch die Öffnung bisher gesperrter Straßen bedeuten würde. Zugleich erwarten wir Marketing-Unterstützung durch den Wirtschaftssenator, die sich nicht nur in einer Weser-Kurier-Anzeige erschöpfen darf, sondern umfangreicher ausfallen sollte (Videoclip fürs Kino, Aktionswochen ...). Die zweite geplante Baumaßnahme (vom Goethetheater bis zur Brunnenstrasse) muss möglichst weit nach hinten verschoben werden (2006, 2007). Jürgen Schierholz
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