: Unhaltbare Zustände
■ Aids-Patienten legten Hospitalbrand
Neapel (epd) – Aus Protest gegen unhaltbare hygienische Zustände haben mehr als 30 Aids-Patienten im neapolitanischen Krankenhaus „Cutugno“ einen Brand gelegt. Das Krankenhauspersonal habe tatenlos zugesehen, melden italienische Zeitungen, wie die Patienten die Station absperrten und ihre Betten in Brand setzten. Die Feuerwehr traute sich nicht, die Station zu betreten, weil sich die Patienten mit Rasierklingen verletzt und gedroht hätten, jeden mit ihrem Blut zu infizieren, der in ihre Nähe komme.
Nach Verhandlungen mit der Krankenhausverwaltung hätten die Patienten ihren Protest beendet, heißt es weiter. Allerdings seien ihnen keine Zugeständnisse für eine Verbesserung ihrer Behandlung gemacht worden. Bereits 1992 hatten Aidskranke gegen die Zustände auf der Station protestiert und Krankenschwestern bedroht. „Dieses Krankenhaus ist eine Hölle“, sagte jetzt Hospitaldirektor Manlio Carli der Turiner Zeitung La Stampa.
In ganz Italien gibt es bisher nur 700 von 3.000 geplanten Betten für Aidspatienten, die meisten davon im Norden des Landes. Obwohl die Inhaftierung von HIV-Infizierten gesetzlich verboten ist, sitzen in den Gefängnissen mehr als 3.000 Infizierte. Viele sterben in der Haft, weil die Krankenhäuser sie nicht unterbringen können.
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